Österreichisches Kinderspital in Goumry/Armenien
Chronologie der bisherigen Unterstützung

Beim Erdbeben am 8. Dezember 1988 wird das Kinderspital in Gjumry (damals Leninakan) zerstört.

Josef Hesoun, Vorsitzender der Gewerkschaft der Bau- und Holzarbeiter, und 1990 bis 1995 österreichischer Sozialminister, gründet den gemeinnützigen Verein "Arbeitsgemeinschaft Armenienhilfe". Die konstituierende generalversammlung ist am 24. August 1989. Die Mitglieder des Vereins sind die Sozialpartner der Bauindustrie Österreichs, die Österreichischen Caritas und die armenisch-apostolischen Kirchengemeinde. Gemeinsames Ziel ist, in Gjumry ein neues Kinderspital zu errichten.

Dezember 1989:  Grundsteinlegung

Februar 1992: Das neue erdbebensicher gebaute Österreichische Kinderspital (ÖKS) wird den armenischen Partnern übergeben. Gesamterrichtungskosten: 9,8 Mio. €. Hauptfinanciers waren die Sozialpartner der Bauindustrie (2,9 Mio. €), die Republik Österreich (2,19 Mio. € aus den Mitteln der Osthilfe) und die Caritas (1,4 Mio. €). Die internationale Caritas steuerte 1,5 Mio. € für die Medizintechnik bei.
Weitere größere Beträge kamen von der russischen Botschaft (rd. 728.000.- €), von der armenisch-apostolischen Kirchengemeinde (rd. 400.000.- €), von der Volkshilfe Österreich (rd. 110.000.- €), der Zeitung "Neue Zeit" (rd. 73.000.- €), vom ÖGB (rd. 58.000.- €), von der Bundeskammer für Arbeiter und Angestellte (rd. 43.000.- €), von der Kommunistischen Partei Österreichs (rd. 55.000.- €) und vom Militärkommando Wien (rd. 12.000.- €). Darüber hinaus gab es viele Spendenaufrufe, z.T. von Tageszeitungen unterstützt, sodass mit den zahlreichen Einzelspenden der Gesamtbetrag aufgebracht werden konnte. 

Bei der medizin-technischen Planung steht Dr. Nerses Arakelian, damals Primarius für Kinderheilkunde im KH Lienz, der ARGE als ehrenamtlicher Konsulent zur Seite.

Frühjahr 1993: Erste Bauschäden aufgrund der Nichtbeheizung des Gebäudes werden behelfsmäßig auf Ersuchen der ARGE vom Deutschen Roten Kreuz beseitigt.

Im Nov. 1993 wird von einem österreichischen Haustechniker ein Heizcontainer für den bevorstehenden Winter als Provisorium in Betrieb genommen und das Notstromaggregat repariert (Übernahme der Kosten vom Öst. Städtebund, die LRG Vorarlberg spendet 30.000.- € für Heizöl für den bevorstehenden Winter).

Im Jänner 1994 ist dieser Techniker neuerlich vor Ort und hat weitere Spenden für das Heizöl mitgenommen.
 
1994/1995: Nachdem es immer noch keine Fernwärme gibt, muss das Heizcontainerprovisorium durch zwei echte Ölbrenner im Keller ersetzt werden. Zwei Vorrattanks werden errichtet. Ferner werden ein neues Notstromaggregat, Ersatzteile und Medikamente geliefert und Bauschäden behoben. Gesamtkosten: 327.000.- € (Projekt "Betriebsassistenz - Teil 1", gefördert vom Bundeskanzleramt aus den Mitteln der Osthilfe).

1996: Projekt "Betriebsassistenz - Teil 2". Projektinhalte: Ersatzteillieferungen, Schadensbehebung und Schulung im Bereich Haustechnik, Lieferung von Heizöl. Gesamtkosten: 290.000.- €, gefördert vom Bundeskanzleramt aus den Mitteln der Osthilfe.
 
Am 5.12.1996 ist die letzte Generalversammlung der "Arbeitsgemeinschaft Armenienhilfe". Sie wird aufgelöst. Von dem vorhandenen Vermögen in der Höhe von rd. € 22.000.- werden rd. 16.000.- € wieder für Heizöl gewidmet, der Rest geht an den neu zu gründenden "Verein zur Unterstützung des Österreichischen Kinderspitals".

1997: Dieser hat seine konstituierende Generalversammlung im Juli 1997. Er bemüht sich immer wieder um Spenden für Medikamente und Öl für die Heizung (wie z.B. vom Österreichischen Roten Kreuz).

1998: Bei einer gemeinsamen Spendenaktion mit der Österreichischen Gesellschaft für Kinderheilkunde, bei der alle Kinderärztinnen und Kinderärzte in Österreich angeschrieben werden, können 3.000.- € gesammelt werden. Zweck: Zuschuss zu den Heizkosten. Diese gelungene Kooperation führt dazu, dass die Gesellschaft für Kinderheilkunde ein Mitglied in den Vorstand des Vereins entsendet.

Der Verein sorgt in den folgenden Jahren dafür, dass die Ölvorräte für die Heizung nicht zu knapp werden.

2001: Der Verein kann den Krankenhausbetriebswirt Prof. Günter Peter zur Mitarbeit gewinnen. Er war viele Jahre Chef der Verwaltung im Krankenhaus Scheibbs. Prof. Peter, der auch bei eigenen Vortragsreihen über Armenien und das ÖKS Spenden sammelt, ist seither regelmäßig - mindestens einmal im Jahr - vor Ort und berät die Leitung des ÖKS.

2002 bis 2004: Projekte, finanziert vom österreichischen Sozial- bzw. Gesundheitsministerium, werden umgesetzt. Dabei geht es um die Umstellung der Heizung von Öl auf das billigere Gas, die Beseitigung von Baumängeln, um den weiteren Einkauf von Medikamenten, erstmals auch um die Weiterbildung des medizinischen Personals sowie um die Unterstützung bei der Organisationsentwicklung des Krankenhauses (Errichtung neuer Geschäftsfelder, z.B. Behandlung von Erwachsenen).  Gesamtkosten: 197.000 €.

Auf Betreiben des Vereins wird per 1. April 2004  von den armenischen Gesundheitsbehörden ein personeller Wechsel bei der Spitalsleitung vorgenommen. Der neue junge Leiter ist Dr. Ashot Kurghinian. Er war bisher Leiter der Chirurgie im ÖKS und kann mittlerweile schon mehrere  Studienaufenthalte im österreichischen Krankenhäusern (Feldkirch, Scheibbs und Wien-SMZ-Ost) vorweisen.

Foto: Ashot Kurghinian
Dr. Ashot Kurghinian

Durch die beratende Unterstützung des ÖKS durch Prof. Günter Peter entsteht ein Dialog des Vereins mit den armenischen Partnern über alternative Formen des Managements im Österreichischen Kinderspital.

2005: Dem Verein wird vom österreichischen Gesundheitsministerium ein Projekt in einem finanziellen Umfang von rund 10.000 € bewilligt, das die Errichtung einer Diabetesambulanz für Kinder zum Ziel hat. Seit Okt. 2005 müssen die Eltern mit ihren Kindern nicht mehr in die 120km entfernte Hauptstadt Eriwan fahren.

2006/2007: Nach fünfzehnjährigem Betrieb muss die die Ausstattung der Intensivabteilung für die Neugeborenen komplett überholt werden. Ein entsprechendes Projekt im Gesamtumfang von rund 70.000 € wird im November 2006 von der Austrian Development Agency (ADA) bewilligt. Diese übernimmt 50% der Kosten. Weitere Ko-Financiers: Gemeinde Wien: 14.000.- €, Land Vorarlberg: 7.000.- €, Arbeiterkammer Niederösterreich: 5.000.- €, Armenische Kirchengemeinde: 3.000.- €.

Ein armenischer Arzt, eine armenischen Krankenschwester und der armenischen Medizintechniker werden im Oktober 2007 in Wien an den Geräten eingeschult.

2008:
Im Juni beschließt die armenische Regierung, im Rahmen eines Optimierungsprogrammes die Geburtenstation in der Stadt in das ÖKS zu verlegen. Über die Unterstützung dieses Prozesses ist der Verein mit den armenischen Partnern laufend im Gespräch. Ziel ist, aus dem ÖKS ein MUTTER-KIND-ZENTRUM zu machen.

Die Brüder Rudolf und Carlo Maghakhian initiieren das "Vienna Vision Center" im ÖKS (Startfinancierung: 40.000.- € aus Sponsorenerträge und Spenden). Die Kinder bekommen in diesem  Optikzentrum finanziell erschwingliche Brillen und müssen deswegen nicht mehr nach Jerewan fahren. Außerdem werden in diesem Zentrum arbeitslose jugendliche Waisenkinder ausgebildet.

Der Verein wurde bei der Umsetzung des Projekts von Beginn der medizin-technischen Planung an bis vor kurzem aus kinderärztlicher Sicht von Prim. Dr. Nerses Arakelian tatkräftig - insbesondere vor Ort - unterstützt. Ab dem Jahr 2001 war er der Vertreter der armenischen Kirchengemeinde im Vorstand des Vereins.

Mag. Hans Döller, im Okt. 2008



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